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Eingewöhnung

Ohne Eltern geht es nicht

 

Liebe Familie

 

Bald ist es soweit. Ihr Kind hat einen Betreuungsplatz in unserer Einrichtung erhalten.

Dies bedeutet für Ihr Kind eine Herausforderung seine Fähigkeiten, sich an eine neue Umgebung anzupassen und neben der Bindung zu Ihnen neue Beziehungen und Bindungen zu unseren Fachkräften, aber auch zu anderen Kindern aufzubauen.

Sie als Mutter oder/und Vater haben seit der Geburt ihres Kindes für den Schutz und das Sicherheitsgefühl ihres Kindes gesorgt.

Sie haben es getröstet, versorgt, in seinem Spiel unterstützt, mit ihm gesprochen und gelacht und vieles mehr.

Ihr Kind konnte sich damit entwickeln und durch ihre Nähe und ihren Schutz Kompetenzen ausbilden.

 

Sie waren und sind der sichere Hafen für ihr Kind.

 

Wenn nun ihr Kind in unserem Kindergarten aufgenommen wird, ist es zur wichtigsten Aufgabe unserer Erzieherinnen, die Signale Ihres Kindes (rufen, weinen, fragen, anlehnen usw.) zu beantworten und Schritt für Schritt Ihr Kind dabei zu unterstützen, eine Beziehung und Bindung zu den zunächst fremden Menschen aufzunehmen.

Damit dies für Ihr Kind angstfrei gelingt, benötigt Ihr Kind eine Eingewöhnungszeit, die Sie als Mutter/Vater oder eine andere Bezugsperson, zu der Ihr Kind eine Bindung hat, eine wichtige Rolle spielen.

Das Weinen Ihres Kindes ist ein Zeichen für die Bindung zwischen Ihnen und ihrem Kind und muss akzeptiert werden.

 

Was können Eltern tun, um Ihrem Kind die Eingewöhnungszeit zu erleichtern?

 

Sie als Eltern können Ihrem Kind den Übergang erleichtern, wenn Sie Ihr Kind einige Tage in den Kindergarten begleiten. Dabei müssen Sie gar nicht viel tun.

 

Ihre Anwesenheit ist für ihr Kind von besonderer Bedeutung.

Sie signalisieren Ihrem Kind, dass es jederzeit Ihre Nähe und Schutz bekommt, wenn es ihn braucht.

So ist es Ihrem Kind möglich, sich langsam mit den fremden Erwachsenen und Kindern, aber auch mit den Räumen und Spielmaterialien vertraut zu machen.

Wenn es sich überfordert fühlt, kann es Sie als „sicheren Hafen“ immer wieder aufsuchen.

Dabei ist wichtig, dass das Kind nicht gedrängt wird, sich wieder von Ihnen zu lösen. Ihr Kind wird sich von allein wieder der neuen Umgebung zuwenden.

 

Die Erzieherinnen des Kindergartens beziehen sich auf ein Eingewöhnungsmodell, das von einem Berliner Institut auf der Grundlage vieler Beobachtungen von Kindern erstellt wurde.

 

Die Erzieherinnen werden Sie in vielfältiger Weise vorher und während der Eingewöhnungszeit begleiten und beraten.

 

Die Eingewöhnungszeit

 

Wie verläuft die Eingewöhnungszeit?

Die ersten zwei Tage

Sie kommen nach Absprache am Vormittag in den Kindergarten und bleiben mit ihrem Kind etwa 2 Stunden. Danach gehen Sie mit Ihrem Kind wieder nach Hause. In dieser Zeit sitzen Sie als Eltern im Gruppenraum oder Flur der Einrichtung. Bitte beschäftigen Sie sich in dieser Zeit nicht mit anderen Dingen, damit Ihr Kind Blickkontakt zu Ihnen aufnehmen kann.

Die Erzieherin wird sich vorsichtig Ihrem Kind nähern und Kontakt über das Spiel aufnehmen und es beobachten.

In den ersten zwei Tagen wird kein Trennungsversuch unternommen.

 

Der dritte Tag

Sie kommen mit ihrem Kind in den Kindergarten, bleiben einige Minuten da, verabschieden sich von ihrem Kind und verlassen den Kindergarten für einen mit der Erzieherin abgesprochenen Zeitraum. (ca. halbe bis eine Stunde)

Die Erzieherin verfolgt in dieser Zeit, die Interessen des Kindes und begleitet das Kind im Tagesablauf.

Der Trennungsversuch wird nie an einem Montag durchgeführt.

Bei lang andauerndem Weinen oder verstörtem Verhalten wird der Trennungsversuch sofort unterbrochen. Daher ist es auf Fälle zwingend notwendig, dass Sie immer telefonisch erreichbar sind, um schnellstmöglich wieder bei Ihrem Kind zu sein.

 

Die Erzieherin wird dann mit ihnen den weiteren Verlauf der Eingewöhnung absprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Stabilisierung der Eingewöhnung

 

Ab dem 3. Tag übernimmt es die Erzieherin, die Signale ihres Kindes zu beantworten, d.h. sie tröstet, befriedigt körperliche Bedürfnisse, spielt mit ihm. Sie als Mutter helfen nur noch, wenn das Kind die Erzieherin noch nicht akzeptiert. Die Trennungszeit kann dann ausgedehnt werden, wenn das Kind sich am 3. Tag von der Erzieherin trösten lässt oder gelassen auf die Trennung reagiert.

Woran erkennen Sie, wann das Kind eingewöhnt ist?

  • Das Kind akzeptiert die Erzieherin als „sicherer Hafen“ und lässt zu, dass diese seine Bedürfnisse  erfüllt.
  • Wenn das Kind gegen den Weggang der Mutter protestiert/ weint, dann aber in guter Stimmung weiter spielt.

Es ist auf alle Fälle zwingend notwendig, dass sie immer telefonisch erreichbar sind.

Welche Auswirkungen kann eine kurze Eingewöhnungszeit auf ihr Kind haben?

Eine kurze Eingewöhnungszeit belastet das Kind und kann zu Beeinträchtigungen seine Entwicklung und seiner Bindungsbeziehungen führen.

 

Intensive Beobachtungen Ihres Kindes dienen dem Ziel, mit unseren Angeboten nah am Erkundungs- und Selbst-Bildungsinteresse ihres Kindes zu sein, um somit die Entwicklung ihres Kindes zu fördern.

Ein ausreichendes Sicherheitsgefühl Ihres Kindes ist die Voraussetzung dafür, dass ihr Kind seine Fähigkeiten und Kompetenzen ausbauen und weiterentwickeln kann.

 

 

Noch einige wichtige Hinweise zur Eingewöhnungszeit

Der Verlauf der Eingewöhnungszeit kann durch einige wichtige Faktoren beeinflusst werden:

 

  • Für die Eingewöhnungszeit brauchen Sie und ihr Kind Zeit. Legen Sie deshalb keine anderen Termine in diese Zeit.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind regelmäßig kommt. Jede Unregelmäßigkeit verlängert den Eingewöhnungsprozess und belastet Ihr Kind unnötig. Bei längerer Krankheit Ihres Kindes sollte die Eingewöhnungszeit verschoben werden. Auch sollte kein Urlaub in die Eingewöhnungszeit gelegt werden.
  • Sagen Sie früh genug Bescheid, wenn Sie selbst die Eingewöhnungszeit nicht begleiten können.
  • Gehen Sie nie ohne Verabschiedung fort.
  • Wenn Ihr Kind kein deutsch versteht oder spricht, kann dies die Eingewöhnungszeit verlängern